Ernster Anlass für das ausgelassene Fest
Allerdings ist der Anlass für das ungestüme Treiben ein sehr ernster. Während des jüdischen Festes wird an eine Geschichte aus der Thora über Königin Esther erinnert, die Erzählung steht dadurch auch im Alten Testament der Bibel.Im damaligen Persien gelingt es Königin Esther gemeinsam mit ihrem Cousin die veranlasste Ermordung des jüdischen Volkes zu verhindern. Hinter dem vernichtenden Plan steckt der Regierungsbeamte Haman, ein Nachkomme aus dem Volk der Amalekiter. Haman hatte sich darüber geärgert, dass Esthers jüdischer Cousin sich nicht vor ihm verbeugen wollte. Esther ist allerdings ebenfalls jüdischer Abstammung, was sie aber anfangs dem persischen König Ahasveros verschweigt, der sie heiratet. Nachdem Esther von dem geplanten Genozid erfährt, richtet sie zwei Festessen aus, bei denen der Großkönig sowie der Regierungsbeamte Haman eingeladen sind. Dabei kann Esther den Großkönig umstimmen, jetzt fühlt sich auch der König von Haman bedroht. König Ahasveros lässt Hamam schließlich hinrichten. Das persischen Juden können weiter leben.
Ursprünge von jahrtausende altem Antisemitismus
Die Geschichte zeigt einen mehrere Jahrtausende alten Antisemitismus, der sich beim Regierungsbeamten Hamam zeigt. Von ihm sind die Worte überliefert: „Da ist ein Volk, zerstreut und versprengt unter die Völker in allen Landschaften deines Königreichs, deren Gesetze verschieden sind von denen anderer Völker; die Gesetze des Königs tun sie nicht und dem König bringt es nichts, sie gewähren zu lassen“ (Esth 3 8). Die zentrale antisemitische Vorhaltung, dass Juden nicht dazu gehören und wegen ihres Festhaltens an eigener Kultur und Religion der Illoyalität verdächtigt werden, findet sich bereits in dieser Äußerung. Darauf weisen die Texte zur Kampagne „#beziehungsweise: jüdisch und christlich – näher als du denkst“. Bei Purim geht es um die Errettung des jüdischen Volkes in der persischen Diaspora.Bräuche des Purim-Festes
Bereits im biblischen Buch werden die vier wesentlichen Purim-Bräuche festgelegt:- Das Verlesen der Esther-Rolle,
- Das Abhalten einer Festmahlzeit,
- Das Senden von Gaben an Freunde und Nächste,
- Das Geben von Geschenken an Arme.